Selbstständigkeit und pflegerische Versorgung vereinen.

Bedarfsgerechte Hilfe im betreuten Wohnen.

Eine weitere Wohnform, die den Betroffenen die Hilfe bietet die sie im Alltag benötigen, ihnen gleichzeitig aber nicht die Selbstständigkeit nimmt, ist das betreute Wohnen. Man ist dabei nur Mieter, kann aber wenn nötig hauswirtschaftliche Hilfe und pflegerische Dienste in Anspruch nehmen. Eine bestimmte Grundversorgung, wie ein Hausnotruf und eine Person, die berät und unterstützt, gehört dabei immer dazu. Ergänzende Leistungen können zusätzlich in Anspruch genommen werden. Allerdings unterscheiden sich betreute Wohnanlagen in ihrer Art und ihrem Serviceangebot erheblich.



1. Wohnen mit Betreuungskraft und externen Serviceangeboten

Hier wird ein Hausmeister angeboten sowie eine Betreuungskraft, die die Bewohner bei notwendigen Hilfen und Leistungen (z.B. Pflegedienst, hauswirtschaftliche Hilfe etc.) unterstützt und bei sozialen Fragen berät. Zusätzlich übernimmt die Betreuungskraft die Organisation von gemeinschaftlichen Aktionen und Veranstaltungen und fördert den Umgang und die Kontakte unter den Bewohnern. Besonders attraktiv ist diese Wohnform für aktive Senioren, die noch weitestgehend selbstständig sind. Sollte Hilfe dann doch einmal nötig sein, ist die Betreuungskraft immer in der Nähe. Bei stärkerer Pflegedürftigkeit ist dann allerdings ein Umzug (z.B. in ein Pflegeheim notwendig).

2. Wohnen mit Betreuungskraft und Pflegestützpunkt

Der Vorteil an dieser Wohnform, ist der Pflegedienst ,der einen eigenen Stützpunkt direkt im Haus hat. Sollte der Bedarf grundsätzlich bestehen, ist (pflegerische) Hilfe schnell vor Ort. In der Regel haben die Bewohner dann rund um die Uhr eine Ansprechperson direkt "vor ihrer Haustür". Wenn bei Ihnen oder Ihren Angehörigen also in absehbarer Zeit Pflege- oder auch Unterstützungsbedarf besteht, ist diese Wohnform sehr gut geeignet. Die Betreuungskonzepte der Wohnanlagen unterscheiden sich jedoch, sodass Sie sich je nach Pflegebedürftigkeit eventuell direkt an ein Pflegeheim wenden müssen.

3. Wohnen mit integrierter Pflege und Versorgung

Hierzu zählen Seniorenresidenzen, Wohnstifte sowie einige Altenheime, die ganzheitlich versorgen, betreuen und pflegen. In der Regel gibt es in diesem Konzept einen Speiseraum für gemeinsame Essen, regelmäßige Reinigungsdienste, kulturelle und soziale Angebote und bei Bedarf eine 24 Stunden Pflege. Da das Leistungsangebot sich im Grunde nicht von einem Pflegeheim unterscheidet, ist diese Wohnform auch sehr gut für pflegebedürftige Personen geeignet. Die Bewohner sind aber, nicht wie bei einem Pflegeheim, weiterhin Mieter ihrer eigenen Wohnung und haben wenn gewünscht die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Die Rundum-Versorgung bietet den Menschen, die dort leben, Sicherheit. Zusätzlich garantiert der Träger den Bewohnern oft ein lebenslanges Wohnrecht.

Männlicher Pflegedienst betreut älteren Mann beim Essen



Generell sollte sich Betreutes Wohnen jedoch durch folgende Kriterien auszeichnen:

  • Eigene behindertengerechte (barrierefreies) Wohnung
  • Hausnotruf-System
  • Veranstaltungen mit der Gemeinschaft (eventuell auch gemeinsames Speisen)
  • Fahr- und Begleitdienste
  • Betreuung bei Schriftverkehr mit bestimmten Behörden
  • Behörden- und Botengänge
  • Gemeinschaftsräume
  • Serviceleistungen (Reinigung, Wäsche, Vollpension etc.)
  • Ambulante Pflegeleistungen

Was die Kosten angeht, können betreute Wohnanlagen sich sehr unterscheiden. Zunächst einmal kommt es dabei unter anderem auf die Ausstattung, Angebotsqualität und Lage an. Zudem hängt es davon ab, ob Sie sich einkaufen oder einmieten möchten. Generell liegen die Miet-und Kaufpreise oft über dem lokalen Immobilienpreisniveau und Zuschläge von bis zu 20% sind nicht unüblich. Zu beachten ist aber, dass es auch betreutes Wohnen mit Wohnberechtigungsschein/Paragraph-5-Schein gibt.

Zu den Wohnkosten sind dann noch die Kosten einer Betreuungspauschale zu berücksichtigen, die in der Regel zusätzlich anfällt. Außerdem die Kosten für Zusatzleistungen (wie Hilfe durch den ambulanten Pflegedienst).

Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile Nachteile
  • Man bleibt weitestgehend selbstständig
  • Altersgerechtes und barrierefreies Wohnumfeld
  • Eigene Wohnung und genug Privatsphäre
  • Meist gute Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel, Arztpraxen
  • Fördert die soziale Kommunikation zwischen den Gleichaltrigen
  • Weitere Leistungen können nach Bedarf hinzugebucht werden
  • Qualität der Angebote oftmals stark unterschiedlich
  • Betreute Wohneinrichtungen noch zu selten in Deutschland
  • Bei starker Pflegebedürftigkeit gibt es in einigen Einrichtungen des betreuten Wohnens kein passendes Pflegeangebot

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.