• Altersgerechtes Wohnen

Die Vorteile des betreuten Wohnens nutzen.

In der Seniorenresidenz oder dem Seniorenstift rundum versorgt sein.

Mit zunehmenden Alter kann die Frage aufkommen, ob die derzeitige Wohnform noch die richtige für einen ist. So überlegen sich ältere Menschen, ob ein Umzug in eine Einrichtung des betreuten Wohnens eine vernünftige Alternative sei. Wer viel Wert auf eine gehobene Ausstattung sowie umfangreiche Freizeitangebote legt, für den kann ein Umzug in eine Seniorenresidenz bzw. ein Seniorenstift die Lösung sein.

Seniorenstift, Seniorenresidenz oder betreutes Wohnen – Worin besteht der Unterschied der Begriffe?

Seniorenstift, Seniorenheim, Seniorenresidenz oder betreutes Wohnen – die Abgrenzung zwischen den Begriffen ist durch den Gesetzgeber nicht eindeutig geregelt. Umgangssprachlich stehen Seniorenstift und Seniorenresidenz oftmals für ein und dasselbe, aber auch Seniorenstift und Seniorenheim bzw. Altenheim werden teilweise synonym verwendet. Die Bezeichnungen können also relativ willkürlich verwendet werden. Oftmals hilft nur ein Besuch vor Ort, um zu sehen, ob die Einrichtung den eigenen Erwartungen und Wünschen entspricht.

Träger

Unabhängig der genauen Bezeichnung werden Einrichtungen für Senioren in Deutschland durch unterschiedliche Träger unterhalten.

  • 1. Staatliche: In der Regel ist die Gemeinde oder der Kreis der Betreiber.
  • 2. Kirchliche: Verbände der Kirche, wie z.B. Caritas oder die Diakonie betreiben die Einrichtung.
  • 3. Freigemeinnützige: Gemeinnützige Vereine oder Wohlfahrtsverbände sind die Betreiber.
  • 4. Privat-gewerblich: Die Einrichtung wird von Privatpersonen oder einer Gesellschaft betrieben.

Aus der Trägerschaft können Interessierte keine Rückschlüsse auf die Qualität des Leistungsangebots und der Einrichtung als Ganzes ziehen.

Was ist betreutes Wohnen?

Für den Begriff des „betreuten Wohnens“ gibt es bislang keine geschützte Definition. Jedoch gibt es Kriterien und Voraussetzungen, die das Konzept des betreuten Wohnens kennzeichnen. Typischerweise leben ältere Menschen hierbei in ihrer eigenen Wohnung und können gleichzeitig unterschiedliche Serviceleistungen der Einrichtung für sich in Anspruch nehmen. Hierzu zählen:

  • Hausnotruf-System
  • Gemeinsame Veranstaltungen
  • Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagstisch
  • Gemeinschaftsräume
  • Serviceleistungen wie Wäsche, Reinigung, Vollpension
  • Begleit- und Fahrservice zu Behörden, Arztbesuchen etc.
  • Hilfe und Betreuung bei privaten Verwaltungsaufgaben wie Schriftverkehr mit Versicherungen oder Behörden
  • Ambulante Pflege, Grund- und Behandlungspflege

Für wen eignet sich betreutes Wohnen?

Bewohner führen in Einrichtungen des betreuten Wohnens den Haushalt eigenständig und nehmen nur auf Wunsch an gemeinsamen Mahlzeiten oder Veranstaltungen teil. Dies setzt voraus, dass derjenige körperlich noch fit genug ist ohne fremde Hilfe seinen Alltag zu bewältigen. Das betreute Wohnen bietet somit eine gute Möglichkeit für Menschen, die einerseits alleine und selbstbestimmt in ihrer Wohnung leben möchten und andererseits stets die Unterstützung und die Serviceangebote der Einrichtungen beanspruchen können. Ziel des betreuten Wohnens ist es, den Menschen so viel Verantwortung wie möglich zu lassen. Sie sollen in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden, um dadurch die Unterbringung in einem Pflegeheim so lang wie möglich hinauszuzögern.

Vorteile des betreuten Wohnens

  • Barrierefreiheit und pflegegerechte Wohnanlage verbessern die Wohnqualität
  • Bewohnern steht jederzeit und täglich Beratung, Information, Betreuung zur Verfügung
  • Umfangreiches Serviceangebot mit Grund- und Wahlleistungen
  • Benötigte Hilfeleistungen werden für Bewohner organisiert
  • Möglichkeit zu gemeinschaftlichen Aktivitäten, gemeinsame Freizeitgestaltung und Animation
  • Gefahr der Vereinsamung minimiert sich aufgrund ähnlicher Altersstruktur der Nachbarn

Nachteile des betreuten Wohnens

  • Umzug in eine neue Wohnsituation
  • Austausch mit jüngeren Nachbarn fehlt, da das Wohnumfeld nur wenig durchmischt ist und hauptsächlich Senioren in der Nachbarschaft leben
  • Höhere Ausgaben durch zusätzliche Serviceleistungen
  • Ohne eine angeschlossene Pflegestation kann ein weiterer Umzug erforderlich sein.

Was kostet betreutes Wohnen?

Das Leben in einer betreuten Wohnanlage kann unterschiedlich teuer sein. Die Kosten hängen unter anderem vom Wohnmodell, der Lage der Einrichtung, dem örtlichen Wohnungsmarkt, der Ausstattung und den Zusatzleistungen ab. Meist liegen die Preise über dem ortsüblichen Niveau vergleichbarer Wohnungen. Zur groben Einschätzung der Kosten kann man sich an den durchschnittlichen Mietpreisen vor Ort orientieren und nochmal 20 Prozent Aufschlag hinzuzählen. Zudem verlangen einige Einrichtungen ein Wohndarlehen, dessen Höhe ebenfalls regional abhängig ist.

Die Bewohner müssen die Kosten für Miete, Hausgeld und Betreuungspauschale im betreuten Wohnen selber tragen. Mit anerkanntem Pflegegrad deckt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten für den Pflegedienst ab.

Zusammenfassung der Kosten im Überblick:

Mietwohnung im Betreuten Wohnen

  • Kaltmiete
  • unter Umständen Mietdarlehen / Wohndarlehen
  • Kaution
  • Umzugskosten
  • Betreuungspauschale
  • Standardleistungen
  • Wahlleistungen
  • Nebenkosten der Wohnung

Kauf einer betreuten Wohnung

  • Kaufpreis (einmalig)
  • Notarkosten (einmalig)
  • evtl. Maklergebühr (einmalig)
  • Grunderwerbssteuer (einmalig)
  • Grundbucheintrag (einmalig)
  • Umzugskosten
  • Hausgeld (kontinuierlich)
  • Betreuungspauschale
  • Standardleistungen
  • Wahlleistungen

Die Seniorenresidenz

Das Grundprinzip einer Seniorenresidenz oder eines Seniorenstifts ist dem einer betreuten Wohnanlage sehr ähnlich. Sie ist jedoch die luxuriösere Variante. Eine Seniorenresidenz bzw. ein Seniorenstift bietet seinen Bewohnern einen erheblichen Mehrwert, was wiederum auch die deutlich höheren Kosten rechtfertigt. Dies betrifft vor allem die gehobene Ausstattung, attraktive Freizeit- und Kulturangebote, die neben den üblichen Service- und Betreuungsleistungen angeboten werden.

Seniorenresidenzen stehen meist unter privater Trägerschaft und erinnern eher an ein Hotel. Während in einem Altenheim die Bewohner in einem Zimmer leben, stehen den Bewohnern in einer Seniorenresidenz ganze Wohnungen bzw. gehobene Appartements als Privaträume zur Verfügung. Daneben gibt es in der Regel ein Schwimmbad, eine Sauna und Bibliotheken. In der Regel verfügen Seniorenresidenzen zusätzlich über eine Eingangshalle mit Rezeption, ebenso sind häufig eine Hausdame und Zimmerservice verfügbar. Nicht selten finden sich auch Arzt- und Physiotherapiepraxen direkt im Haus. Hauseigene Restaurants, Cafeterien und Boutiquen runden in einigen Einrichtungen das umfangreiche Angebot ab.

Im Hinblick auf die Pflege- und Betreuungsleistungen haben die Bewohner einen zusätzlichen Mehrwert, wenn sie bei der Wahl einer Seniorenresidenz bzw. eines Stifts auf ein erweitertes Pflegeangebot achten. Zumal für den Fall, dass der Bedarf an Pflegebedürftigkeit zunehmen kann.

Einige der Einrichtungen bieten lediglich über einen externen ambulanten Pflegedienst Leistungen an. Bei höheren Pflegegraden ist eine Versorgung so nicht möglich und ein Umzug wäre die Konsequenz. Daneben gibt es Institutionen, die einen hauseigenen Pflegedienst haben und der zumindest den Tag über für die Bewohner zur Verfügung steht. Wer in der Seniorenresidenz auch bei schwerer Pflegebedürftigkeit rundum versorgt sein will, sollte bei der Auswahl darauf achten, dass die Seniorenresidenz bzw. das Stift über eine eigene Pflegestation verfügt oder an ein Pflegeheim angegliedert ist.

Vorteile von Seniorenresidenzen und Seniorenstiften

  • luxuriöses Wohnambiente
  • zahlreiche Freizeitangebote
  • 24-Stunden-Rundum-Pflegedienst möglich
  • hotelähnlicher Service
  • Möglichkeit des Austauschs mit anderen Bewohnern durch gemeinsame Aufenthaltsräume und Aktivitätsangebote

Nachteile von Seniorenresidenzen und Seniorenstiften

  • der Luxus hat seinen Preis
  • Seniorenresidenzen/Seniorenstifte haben keine einheitlichen Qualitätskriterien, genaue Überprüfung absolut notwendig
  • Pauschalbeträge enthalten oftmals Leistungen, die nicht benötigt werden
  • Pflegequalität muss genau geprüft werden

Kosten

Aufgrund des gehobenen Wohnumfelds und des umfassenden Services sind die Kosten für eine Seniorenresidenz deutlich höher als bei anderen Einrichtungen für Senioren. In der Regel zahlen die Bewohner eine Monatspauschale, die die Wohn- und Betreuungskosten abdeckt. Wie hoch die Pauschale ist, variiert von Seniorenresidenz zu Seniorenresidenz und ist auch regional abhängig.

Generell gilt: Je höher der Luxus und je mehr medizinische Versorgung bereitgestellt wird, desto teurer ist das Wohnen in einer Seniorenresidenz. Durchschnittlich beginnen die Preise ab 1.000 Euro im Monat, nach oben hin offen.

Hier hilft nur ein sorgfältiger Vergleich, der in aller Ruhe erfolgen sollte.



Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.

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