Umfassende Pflege und medizinische Betreuung.

Umzug in ein Altenheim.

Grundsätzlich lässt sich ein Altenheim als eine stationäre Wohneinrichtung für pflegebedürftige Senioren bezeichnen. Allerdings ist weder der Begriff Altenheim, noch die Begriffe Altersheim, Seniorenheim oder Pflegeheim rechtlich geschützt. In der Regel benötigen Bewohner eines Altenheims bereits eine umfassende Pflege und Unterstützung im täglichen Leben.



In der Unterkunft erfahren die pflegebedürftigen Menschen rund um die Uhr notwendige Pflege, medizinische Leistungen und Betreuung. Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Freizeitangebote, um eine Isolation der Bewohner zu vermeiden. Der Pflegebedürftige erhält mehrere Mahlzeiten am Tag, wird medizinisch betreut und hygienisch versorgt. Oft akzeptieren Betroffene einen Umzug ins Altenheim erst, wenn sie nicht mehr ambulant oder teilstationär versorgt werden können. Beispielsweise wenn

  • sie alleinstehend sind und mehr und mehr vereinsamen
  • der bisherige Wohnraum nicht angepasst ist und auch nicht angepasst werden kann
  • Angehörige oder der ambulante Pflegedienst den Pflegebedarf nicht mehr zu genüge decken können

Da Altenheime besonders für Menschen mit Demenzerkrankungen, die kaum noch daheim versorgt werden können, hilfreich sind, haben sich inzwischen viele Altenheime auf die Unterbringung und Pflege von Demenzkranken spezialisiert.

Alle Heime erhalten vom MDK (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) Noten. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben und geben Auskunft darüber, wie gut die Versorgung, Pflege und Betreuung in einem Heim ist. Die Noten eines Heimes und den Vergleich mit dem Landesdurchschnitt finden Sie hier. Zusätzlich gibt es außerdem den Grünen Haken, der von der BIVA (Bundesweite Interessenvertretung für Heimbewohner) verleiht. Dieser ermittelt mit 121 Kriterien die Lebensqualität eines Heims in drei Bereichen aus Verbrauchersicht:

  • Selbstständigkeit, mit der man als Bewohner das Leben gestalten kann
  • Teilhabe, die am Heimleben zugestanden wird
  • Menschenwürde, die gesichert wird

Nur wenn man in allen drei Bereichen mindestens 80% erfüllt, erhält man den Grünen Haken.

Die Heimnoten des MDK beurteilen die Heime mit 82 Kriterien in vier Bereichen:

  • Pflegequalität und medizinische Versorgung
  • Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Verpflegung, Wohnqualität, Hygiene und Hauswirtschaft
  • Umgang mit demenzkranken Bewohnern

Das MDK und der Grüne Haken legen unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich dabei. Deshalb ist es wichtig, beide zu prüfen, wenn man sich für ein Heim entscheidet. Schwächen zeigen beide allerdings, wenn es um das Verhältnis zwischen Bewohnern und Pflegekräften geht. Der Personalschlüssel ist nur in den zusätzlichen Angaben zu den Heimnoten zu finden, gibt aber keinen Hinweis darauf wie gut die angebotenen Leistungen umgesetzt werden können.

Pflegerin hilft älteren Damen beim Essen



Finanziell unterstützt wird die Unterbringung des zu Pflegenden bei einem anerkannten Pflegegrad von der Pflegekasse. Da die Unterbringung aber oftmals sehr kostspielig ist, müssen die übrigen Kosten von den Angehörigen übernommen werden. Die Kosten für ein Heim variieren dabei aber stark und sind unter anderem von der Region, der Einrichtung, dem Anspruch des Pflegebedürftigen etc. abhängig. Obwohl durch die Heimkosten meist Pflege, Kost und Logis abgedeckt werden, benötigen die Heimbewohner Taschengeld für ihre individuellen Bedürfnisse.

Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile Nachteile
  • Medizinisches Fachpersonal rund um die Uhr verfügbar
  • Sicherheit durch 24 Stunden Versorgung
  • Keine Belastung durch eigene Haushaltsführung
  • Bietet Angehörigen mehr Möglichkeiten, Zeit mit dem Pflegebedürftigen zu verbringen, anstatt sich um die reine Pflege zu kümmern
  • Maßgeschneiderte Betreuung und Pflege
  • Barrierefreies Wohnen
  • Soziale Kontakte durch diverse Freizeitaktivitäten
  • Umzug in eine fremde Umgebung
  • Relativ hoher finanzieller Aufwand für Angehörige
  • Fehlende feste Ansprechpartner für Angehörige
  • Oft nur schwer Pflegebedürftige als Kontakte und kaum Privatsphäre
  • Starre Tagesabläufe

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.