Im Alter nicht alleine wohnen.

Mit Gleichgesinnten in einer Senioren-Wohngemeinschaft leben.

Bei dem Wort Wohngemeinschaft oder WG denkt man meist nur an das klassische Bild von jungen Leuten während des Studiums oder zum Anfang ihrer Karriere. Inzwischen hat sich das Bild jedoch geändert und das Leben in einer Gemeinschaft und mit Gleichgesinnten ist nun auch für Senioren attraktiv. Das Prinzip ist das Gleiche.



Wenn manche aufwändigen Aufgaben im Haushalt nicht mehr so einfach alleine zu stemmen sind und sich der Betreuungsbedarf, bzw. der Bedarf nach Unterstützung dadurch im Alter, meist erhöht, ist das Leben in einer Senioren-WG oft eine gute Lösung und ein Schritt vor dem betreuten Wohnen. Nicht nur, dass man sich gegenseitig unterstützen und ergänzen kann – viele Senioren nutzen das Leben in einer gemeinsamen Wohnung, um sich auch Pflege- und Betreuungsangebote zu teilen.

Natürlich ist auch hier zu beachten, das Umfeld barrierefrei zu halten. Beim Bezug also auf eventuelle Stolpersteine achten! Eine Senioren-WG ist aber definitiv eine gute Alternative, für Menschen die nicht mehr alleine leben können oder wollen, das Leben in einer Gesellschaft dem Alleine sein vorziehen und gerne unter Gleichgesinnten sind

Generell gibt es drei verschiedene Formen der Senioren-WG:


1. Die klassische WG

1. Die klassische WG ist die engste Form des Zusammenlebens und eignet sich besonders gut für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Man wohnt zu mehreren in einer Wohnung oder gar in einem Haus und teilt sich Gemeinschaftsräume, wie Küche, Wohnzimmer und eventuell das Bad. Das Schlafzimmer jedoch bleibt das eigene Reich, in dem man die Privatsphäre und Ruhe bekommt, die man eben manchmal braucht. Die Haushaltsführung übernimmt man zusammen und teilt sich die Aufgaben.

2. Die Senioren-Hausgemeinschaft

2. In einer Senioren-Hausgemeinschaft bekommt man mehr Privatsphäre. Jeder bewohnt seine eigene Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Trotzdem gibt es oft Gemeinschaftsräume fürs gemütliche Beisammensitzen sowie oftmals gemeinschaftlich genutzte Dienstleistungen und gemeinsame Aktivitäten.

3. Die ambulant betreute Wohngemeinschaft

3. Schließlich gibt es noch ambulant betreute Wohngemeinschaften. Diese werden üblicherweise von Wohlfahrtsverbänden oder Pflegediensten gegründet. Sie sollen eine Alternative für pflegebedürftige Menschen sein, die eine Wohngemeinschaft dem Pflegeheim vorziehen. Die Raumnutzung orientiert sich an der klassischen WG, jedoch betreuen Pflegekräfte die Wohngemeinschaft und koordinieren den Haushalt, die Versorgung und Gruppenaktivitäten. Wer in einer ambulanten Wohngruppe lebt, kann zusätzliche Förderung von der Pflegeversicherung erhalten. Bewohner einer Pflege-Wohngruppe, die Pflegegeld und ambulante Pflegesachleistungen (bzw. Betreuungs- und Entlastungsleistungen) beziehen, haben Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag. Haben mindestens zwei weitere Mitbewohner eine nachgewiesene Pflegebedürftigkeit, liegt diese bei 214 Euro im Monat. Wer Anrecht auf diesen Wohngruppenzuschlag hat, kann bei einer Neugründung einer Pflege-WG eine Anschubfinanzierung zur barrierefreien und altersgerechten Umgestaltung des Wohnraums beantragen (pro Person bis zu 2.500 Euro, maximal 10.000 Euro pro WG).
ältere Menschen spielen gemeinsam Domino



Grundsätzlich ist es auch möglich eine eigene Senioren-WG zu gründen. Dafür bestehen allerdings einige Voraussetzungen, die es einzuhalten gilt. So gründen Sie Ihre Senioren-WG in 5 Schritten:

  1. Mitbewohner finden. Fragen Sie Freunde und Bekannte oder inserieren Sie online und in Tageszeitungen.
  2. Juristische Beratung. Informieren Sie sich über die rechtlichen Aspekte der Gründung und engagieren Sie einen unabhängigen Moderator.
  3. Konzept entwickeln. Definieren Sie dabei gleich Ihre gemeinsamen Zielvorstellungen. Wie soll das Zusammenleben funktionieren? Wie läuft die Aufgabenverteilung? Wie muss auf wen eingegangen werden (z.B. besondere Pflege)? Bestimmen Sie zum Beispiel einen Schatzmeister, einen Gartenbeauftragten usw.
  4. Klären Sie die Rechtsform. Die Gründung eines Vereins ist ein guter Einstieg bei einer neuen Senioren-WG. Schließen Sie eine Kooperationsvereinbarung mit den anderen Bewohnern ab, wenn Sie zur Miete dort leben möchten. Darin sind dann alle wichtigen Punkte wie die Zusammenarbeit, Nutzung von Gemeinschaftsflächen etc. geklärt.
  5. Wenn eine Immobilie gekauft oder neu gebaut werden soll, können Sie zu Beginn als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) auftreten und nach Abschluss aller Arbeiten eine WEG (Wohneigentümergemeinschaft) gründen.

    Dieser Prozess erfordert viel Arbeitseinsatz, Zeitaufwand und auch Nerven. Deshalb ist es für viele einfacher, einer trägerinitiierten Senioren-Wohngemeinschaft beizutreten. Nachteil ist, dass Sie hier nur wenig Einfluss auf die Mitbewohner haben. Informationen hierzu finden Sie zum Beispiel beim Forum Gemeinschaftlichen Wohnen e.V. - Bundesverband. Privat initiierte Senioren-WGs finden Sie oft in lokalen Kleinanzeigen oder am schwarzen Brett in Seniorenzentren.

    Die Kosten einer Senioren-WG entsprechen in der Regel den üblichen Miet-/Kaufpreisen. Die Kosten für Gemeinschaftsräume werden unter den Bewohnern geteilt. Grundsätzlich sparen Sie also hier bei der Miete/den Kaufraten. Ein Vorteil ist auch, dass Pflege-/Betreuungskosten oft geteilt werden können. Sollten Sie oder Ihr Angehöriger spezielle Hilfe benötigen, wodurch höhere Kosten für Sie anfallen, profitieren Sie bei einer Senioren-WG durch die Mietersparnisse. Sie können also unter Umständen höhere Mittel für Pflegeleistungen aufwenden. Außerdem kann eine Senioren-WG, sollte es nötig sein, in eine betreute Wohngemeinschaft umgewandelt werden und damit die entsprechende Förderung in Anspruch nehmen.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile Nachteile
  • Gesellschaft durch andere Bewohner
  • Aktivitäten können geteilt, Pflege gemeinsam in Anspruch genommen werden
  • Mietkosten geringer als in einzelnen Wohnungen
  • Zuschüsse der Pflegekasse für barrierefreien Umbau können zusammengerechnet werden (jedoch bis zu maximal 16.000 Euro)
  • Dienstleistungen können gemeinsam angefordert und die Kosten geteilt werden
  • Relativ hohes Konfliktpotenzial mit den Mitbewohnern möglich
  • WG erfordert besondere Rücksicht unter den Bewohnern
  • Auswahl passender Wohnungen (auch barrierefrei) noch relativ

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.