Rollstuhlgerechter Bodenbelag.

Bei guter Beratung ist vieles möglich.

Im Alter beweglich und mobil zu bleiben, das wünschen sich viele. Leider geht dieser Wunsch nicht bei jedem in Erfüllung. Damit Sie sich später trotz Gehhilfe oder sogar Rollstuhl in Ihrer Wohnung barrierefrei bewegen können, ist es wichtig, den passenden Boden für diese Situationen zu finden. Ein rutschhemmender, reflexionsarmer und robuster Bodenbelag steht dann im Vordergrund bei der Auswahl. Auf Ihre Vorlieben für Design und Farbe müssen Sie dabei nicht verzichten.


Gerade bei solchen individuellen Wünschen ist es gut, sich von kompetenten Fachleuten beraten zu lassen. Hier finden Sie einige Hinweise, auf die Sie beim Gespräch mit Ihrem Bodenexperten achten sollten.

Rutschsicher ist die Basis aller Bodenbeläge für Rollstuhlfahrer und für Menschen mit Gehbehinderung. Doch darüber hinaus ist es wichtig zu erfahren, ob beispielsweise der Rollstuhl nur für die Stube benutzt wird oder auch draußen zum Einsatz kommt, da die Auswahl des Bodenbelages davon abhängen kann. Oder ob es kleinere Kinder gibt, die gerne auf dem Boden spielen.

Diese zwei Alltagsbeschreibungen zeigen, dass neben den für öffentliche Räume verbindlichen DIN-Normen für einen barrierefreien und behindertengerechten Zugang auch sehr persönliche Umstände eine wesentliche Rolle spielen. Abgeleitet von diesen Normen sind daher folgende Faktoren bei der Auswahl des Fußbodenbelags zu berücksichtigen:

Anforderungen an einen rollstuhlgerechten Fußbodenbelag

Der Boden muss leicht befahrbar sein!

Eine ebene Fußbodenfläche ist unverzichtbar. Beseitigen Sie im Vorfeld Risse und Dellen und reduzieren Sie Absätze. Diese sollten nicht höher als 1,5 mm sein.
Stolperunfälle können Sie vorbeugen, wenn Sie mögliche Kanten und Erhöhungen ins Visier nehmen. Achten Sie beim Fußboden auf einen Belag mit geringem Rollwiderstand.

Achten Sie auf eine angemessene raue Oberfläche!

Eingangsbereiche und Innentreppen erfordern laut DIN-Norm eine Rauigkeit von R 9. Diese für den gewerblichen Rahmen angewandten Anforderungen sind auch im privaten Bereich sehr sinnvoll. Je nachdem, wie schräg ein Boden ist, umso höher sollte die Rauigkeit der Bodenoberfläche sein. Der Fachmann spricht in diesem Fall von der Trittsicherheit bei einem bestimmten Neigungswinkel. Beträgt der Neigungswinkel beispielsweise 3° bis 10° Grad auf der schiefen Ebene, genügt eine Oberfläche mit der Klassifizierung R 9. Die Einteilung dieser Norm geht rauf bis zu R 13 bei einem Neigungswinkel von über 35° Grad.

Verkleben Sie den Fußbodenbelag!

Generell gilt, Bodenbeläge für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen ausschließlich zu verkleben. Nur so können sich keine Wellen bilden und zu Stolperfallen werden.

Bodenbelag darf sich nicht elektrostatisch aufladen!

Denn diese Aufladung könnte auf den Rollstuhl übergehen. Sobald dann der Rollstuhlfahrer nach etwas greift oder anfasst, was mit dem Boden verbunden ist, gibt es die Entladung. Der Fahrer erhält einen elektrischen Schlag. Dieser kann unter Umständen sehr heftig und lebensbedrohlich ausfallen. Fragen Sie hier gern einen fachkundigen Bodenexperten, wenn Sie unsicher sind. Gegebenenfalls ist eine nachträgliche Beschichtung möglich.

Bodenbeläge müssen matt sein!

Glänzende Oberflächen bergen eine erhöhte Rutschgefahr und sind deswegen zu vermeiden.

Mögliche rollstuhlgerechte Bodenbeläge

Keine Frage, ein Fliesenboden ist für viele Situationen geeignet. Er gilt als unempfindlich, pflegeleicht und gut mit dem Rollstuhl zu befahren. Allerdings ist er auch sehr fußkalt und verleiht auch für die Gemütlichkeit vorbehaltenen Räumen wie dem Wohnzimmer eine kalte Atmosphäre. Teppichboden kann eine Alternative sein, doch dieser ist grundsätzlich schlecht zu reinigen.

Eine weitere Möglichkeit bei dem Einsatz für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen sind robuste Holzböden . Diese sind nachhaltig und verbreiten eine sehr angenehme Atmosphäre.
Damit Sie einen pflegeleichten Boden erhalten, raten wir zu einer matt lackierten Oberfläche. Fertigparkett ist massiven Holzdielen zu bevorzugen. Denn Fertigparkett reagiert viel verhaltener auf schwankende Temperaturen. Auch ist eine erhöhte oder stark reduzierte Luftfeuchtigkeit im Raum kaum ein Problem.

Wem Fertigparkett zu kostspielig ist, für den sind Vinylböden eine günstige Alternative. Diese trendigen Böden sind bereits seit Langem frei von gesundheitlichen Weichmachern. Außerdem existieren sie in vielen ansprechenden Designs und mit hohen Nutzungsklassen. Hohe Nutzungsklassen sind für den Einsatz in sehr stark frequentierten Räumen wie Krankenhäusern und Arztpraxen ein Muss.

Es gibt nicht nur den "einen" geeigneten Fußbodenbelag für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen. Vielmehr führen eine umfangreiche kompetente Beratung und die Kenntnis über die eigenen Vorlieben zum "richtigen" Boden.


Autor: Parkett Direkt