Ein Einfamilienhaus mit Gesundheits­zertifikat.

Wohnen im Ökohause.

Ein junges Bauherren-Ehepaar hat im Allgäu den Traum vom eigenen Ökohaus verwirklicht. Unsere Reportage zeigt, was konsequentes ökologisches Bauen bedeutet – Schadstoffmessungen und Gesundheitszertifikat inklusive.



Bei Nadja Wriedt passt einfach alles. Mit damals 31 Jahren ist sie Deutschlands jüngste Verkaufsleiterin in der Hausbau-Branche. Sie arbeitet beim Ökohaus-Pionier Baufritz. Zwei Jahre später kommt Sohn Wolf-Jonathan auf die Welt – dank der sozialen Kompetenz ihres Arbeitgebers und der Hilfe ihres selbstständigen Ehemanns Bastian meistert sie Kind und Karriere mit Bravour. Fehlt nur noch ein Eigenheim zum perfekten Glück. Das ist nach weiteren zwölf Monaten Realität: ein Ökohaus aus den Fertigungshallen ihres Arbeitgebers. Der Name des Sträßchens in der Kleinstadt im Unterallgäu ist Programm: Die Adresse lautet „Paradies“ und bietet herrliche Blicke auf Wiesen und Felder.

Bei Fair-Trade-Kaffee und Milch aus der Region erzählt Nadja Wriedt, dass sie ursprünglich nur ein Grundstück kaufen wollte. Als ein Kollege ihre finanzielle Situation überprüfte, machte er ihr Mut, doch auch gleich zu bauen. Die Diplom-Kauffrau nutzte die niedrigen Zinsen und die moderaten Grundstückspreise auf dem Land – und bestellte ihr Öko-Designhaus.

Baustoffe fürs Ökohaus

Wohnzimmer des Ökohauses

Hinter der Fassade aus Lärchenholz und – beim Büroanbau - biologischem Mineralputz liegt das Tragwerk aus heimischem, unbehandeltem Vollholz. Gedämmt wird mit Holzspänen, die bei der Hausherstellung anfallen oder aus FSC-zertifizierter Holzwirtschaft stammen. Das Baufritz-Patent ist weltweit der erste Naturdämmstoff mit „Cradle to Cradle"-Zertifikat.

Der Baustoff Holz ist ein zentraler Aspekt beim ökologischen Bauen. Als verantwortungsvolle Mutter und Fachfrau für gesundes Bauen kam für die Bauherrin darüber hinaus nur ein schadstoffgeprüftes Haus infrage, das nahezu keine Baustoffemissionen aufweist. „Gesundheitsgefährdende PU-Bauschäume und Kleber sind hier tabu, denn alle Fenster und Türen wurden so passgenau eingebaut, dass keine chemischen Hilfsstoffe benötigt wurden. Zum Gesundheitskonzept des Ökohaus-Unternehmens gehören natürlich auch lösemittelfreie Innenwandfarben und eine integrierte Elektrosmog-Schutzebene", erklärt Nadja Wriedt.

Für das Haus selbst fand der Architekt Oliver Engelhardt eine laut Bauherrin „geniale Lösung". Er platzierte das Haupthaus, die Garagen und das Büro ihres Mannes so, dass an der Südwestseite ein sicht- und windgeschütztes Outdoor-Wohnzimmer entstand.

Ein Ökohaus mit weißem Dach

Ökohaus Außenbereich mit Garten und Garage

Ursprünglich sollte das Hausdach klassisch in Ziegelrot gedeckt werden. Doch dann wurde es vom Ökohaus-Anbieter Baufritz als erstes Klimaschutzdach Deutschlands mit weißen Dachziegeln gedeckt - trotz anfänglichem Widerstand der Behörden. Die ließen sich von der Initiative gegen die globale Erderwärmung schließlich überzeugen. Professor Stefan Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen erklärt: „Weiße Dächer haben den Effekt, das eintreffende Sonnenlicht direkt zurück ins Weltall zu reflektieren. Somit entsteht weniger Aufheizung der Dachflächen und der Umgebung. Die schönste Vermeidungsstrategie gegen die Erderwärmung, die wir uns vorstellen können." Nadja Wriedt freut sich, damit einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Und schön findet sie ihr helles Dach außerdem.

Schutz gegen Elektrosmog

Esszimmer im ökologischen Haus

Eine ebenfalls patentierte Elektrosmog-Schutzebene ist hier wie bei jedem Baufritz-Haus eingebaut. Sie reduziert nachweislich gesundheitsbelastende Strahlung, die zum Beispiel durch Mobilfunksender, Flugradar oder S-Bahn-Linien verursacht werden kann. Innen sind die Leitungen abgeschirmt. Bei jedem Kunden werden vor dem Einzug die Luftschadstoffe gemessen. Ein Gesundheitszertifikat garantiert dann die Unbedenklichkeit der eingesetzten Baumaterialien.

Gesundes Wohnen bedeutet im Haus von Familie Wriedt auch großzügiges, helles und offenes Wohnen. In der Wohnküche beträgt die Deckenspannweite zwölf Meter. Eine Wandscheibe in Anthrazit zwischen Kochbereich und Wohnzimmer betont die Großzügigkeit mehr als dass sie die Räume trennt. Diese Offenheit entspricht auch der flexiblen Nutzung im Alltag: „Familie und Freunde sitzen am liebsten auf den Barhockern am Esstisch, die Kinder spielen lieber im Wohnzimmer", erzählt die Bauherrin.

Das Energiekonzept des Ökohauses

Fast schon Standard in neu gebauten Einfamilienhäusern: Eine Luft-Wärmepumpe beheizt das gesamte Gebäude und den Büroanbau im Winter. Sie wird im Sommer auch zur Temperierung der Räume genutzt. „Das System ist phantastisch", meint Nadja Wriedt, „über die äußerst geringen Heizkosten und die kühlende Wirkung in der heißen Jahreszeit freuen wir uns ganz besonders.“ Das Ökohaus ist also nicht nur gesund, sondern auch sparsam und komfortabel.

* Fußnoten

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