• Mieten + Vermieten
  • Modernisieren + Sanieren

Über Schönheitsreparaturen und bunte Wände.

Die Renovierung der Mietwohnung.

Nach der gesetzlichen Regelung sind die Vermieter in der Pflicht, Schönheitsreparaturen durchzuführen, um die Mietsache instand zu halten. Es handelt sich jedoch um eine abdingbare Pflicht, die auf den Mieter übertragen werden kann.

Wohnungsrenovierung: Wozu Mieter verpflichtet sind

  • Den Vermieter informieren
    Sie sollten nicht ohne Zustimmung des Eigentümers in die Bausubstanz der Wohnung eingreifen. Das heißt, dass Sie zum Beispiel keine Wände durchbrechen oder Fliesen entfernen dürfen. Kleiner Tipp: Bohrlöcher in den Fliesen führen immer wieder zu Ärger mit dem Vermieter. Deshalb Spiegel, Handtuchhalter und Co. am besten mit Montage- oder Zweikomponentenkleber anbringen.
    Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu oft nachfragen statt später beim Auszug den mühevoll verlegten Laminatboden wieder herausreißen oder die alte Einbauküche wieder einbauen zu müssen.

  • Schönheitsreparaturen durchführen
    Parkettböden schleifen oder Versiegeln gehört übrigens nicht zu Ihrer Aufgabe, sofern die Abnutzung vertragsgemäßem Gebrauch entspricht. Außerdem müssen Sie keine Teppichböden des Vermieters entsorgen oder auswechseln.
    Tipp: Alte Dübel lassen sich prima mit Hilfe eines Korkenziehers entfernen!

  • Farbwünsche berücksichtigen
    Solange Sie Mieter sind, dürfen Sie Ihre Wände streichen, wie es Ihnen gefällt. Wenn Sie aber bunt gestrichen haben, müssen Sie die Wohnung in der Regel vor dem Auszug neutral streichen.
    Tipp: Wenn Sie eine dunkle Wand wieder hell streichen müssen, empfiehlt es sich, sein Geld in eine Farbe mit sehr guter Deckkraft zu investieren. Die Deckkraftklasse ist auf dem Farbeimer angegeben. Dabei ist die Eins die beste Deckkraftklasse, die Vier die schlechteste.

  • Bestandsaufnahme beim Einzug machen
    Beim Einzug ist es wichtig, dass Sie im Wohnungsübergabeprotokoll genau festhalten, in welchem Zustand sich die Wohnung befindet. Halten Sie offensichtliche Mängel am besten per Foto fest, damit Sie nicht selbst beim Auszug die Mängel beseitigen müssen.
    Tipp: Nehmen Sie zur Wohnungsübergabe unbedingt das Protokoll mit und machen Sie reichlich Bilder.

  • Für Schäden haften
    Nicht immer muss derjenige, der einen Schaden verursacht hat, auch für den Schaden aufkommen. Wenn Sie als Mieter für die Renovierung der Wohnung Handwerker beauftragen, haften Sie für eventuelle Schäden bei leichter Fahrlässigkeit. Beispiel: Lässt ein Handwerker versehentlich einen Hammer fallen und beschädigt dadurch den hochwertigen Parkettboden, muss nicht zwingend der Handwerker für den Schaden aufkommen. Dann ist oftmals der Auftraggeber in der Pflicht.

Wozu Mieter nicht verpflichtet sind

  • Nach kurzer Mietzeit alles renovieren
    Wenn Sie bereits nach kurzem wieder ausziehen, haben Sie wohl kaum Gebrauchsspuren hinterlassen oder eine Abnutzung verursacht. Deshalb fallen dann auch die Renovierungsarbeiten geringer aus und der Vermieter kann beispielsweise nicht verlangen, dass Sie die gesamte Wohnung streichen müssen.

  • In individuellen Zeitabständen renovieren
    Steht in Ihrem Mietvertrag, dass Sie die Wohnung bspw. alle zwei Jahre streichen müssen, können Sie diese Vorgaben ignorieren. Das ist unzulässig. Es gelten – sofern im Mietvertrag wirksam vereinbart – in der Regel folgende Regelungen:
    Streichen von Küchen und Bädern: alle 3 Jahre
    Streichen von Wohn- und Schlafräumen, Fluren und Toiletten alle: 5 Jahre
    Streichen von anderen Nebenräumen: alle 7 Jahre
    Wohnen Sie nur kürzer als diese Zeit in der Wohnung, müssen Sie die entsprechenden Räumlichkeiten theoretisch nicht streichen. Es sei denn, Ihr Vermieter kann den Renovierungsbedarf beweisen.

  • Größere Reparaturen bezahlen
    Um Maurer- oder Klempnerarbeiten müssen sich Mieter nicht kümmern. Auch für Balkon und Keller und für alle Dinge, die den Außenbereich des Gebäudes betreffen, ist der Vermieter zuständig. Auch Modernisierungsmaßnahmen, durch die der Wohnkomfort oder die Energiebilanz verbessert wird, ist Vermietersache.

  • Eine unrenovierte Wohnung beim Einzug erneuern
    Sie müssen nicht die Lasten des Vormieters ausbügeln. Deshalb kann der Vermieter Sie nicht zwingen, beim Einzug bereits zu streichen.

Übrigens:

Hat der Mieter renoviert und stellt im Nachhinein fest, dass er das gar nicht hätte tun müssen, kann er sich die Kosten vom Vermieter erstatten lassen. Und das gilt nicht nur für das Material, sondern auch für die geleistete Zeit.



Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.

Weitere Artikel zum Thema

Installation einer Solaranlage im Kostencheck

Solaranlagen sind günstiger geworden, die Strompreise gestiegen. Hier lesen Sie, ob sich eine Solaranlage lohnen kann.

Mehr lesen

In 5 Schritten zur Solaranlage auf dem Dach

Der Weg zur Solaranlage - vom Angebot bis zur Inbetriebnahme: mit diesen fünf Schritten erzeugen Sie dank Photovoltiak Ihren Strom einfach selbst.

Mehr lesen