Rechnen lohnt sich.

Die Mietkosten im Überblick.

Von der Kaltmiete bis zur Mietkaution: Alles über die Zusammensetzung der Wohnungskosten. Die 30 %-Marke: In der Sozialwissenschaft wie auch in der Immobilienwirtschaft gilt dieser Wert der Kaltmiete auch heute noch als Obergrenze für bezahlbares Wohnen. Danach sollte die Miete ohne Nebenkosten ein Drittel des Nettoeinkommens des Mieters nicht übersteigen. In Großstädten wie Berlin und Hamburg ist das allerdings fast schon utopisch. Aber nicht nur die Miete an sich schlägt zu Buche, es kommen noch viele weitere Kostenfaktoren auf Mieter zu. Welche das sind und womit Sie ungefähr rechnen müssen: Hier steht’s!



Kaltmiete

Die Kaltmiete ist die Nettomiete: also die Grundmiete, die ausschließlich den Wohnraum an sich betrifft. Die zahlt der Mieter ausschließlich für die Nutzung der Wohnfläche. Die Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Versicherungen, Müllabfuhr, Gemeinschaftsstrom, Gartenpflege usw. sind darin noch nicht enthalten. Die Nettomiete ist besonders bei der Anwendung des sogenannten Mietspiegels wichtig: Wer vergleichen will, ob eine Wohnung günstig, überteuert oder zu einem fairen Preis angeboten wird, schaut am besten im Mietspiegel für den jeweiligen Standort nach. Er bietet eine Orientierungshilfe über die Höhe der üblicherweise gezahlten Mieten für verschiedene Wohnungstypen, die in ihrer Art, Größe, Ausstattung und Lage, beispielsweise Stadtbezirke oder Baujahr vergleichbar sind.

Ein „qualifizierter Mietspiegel“ wird nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt und ist im Abstand von 2 Jahren der Marktentwicklung anzupassen und nach 4 Jahren neu zu erstellen. Er ist häufig auf den Webseiten der jeweiligen Gemeinde- oder Stadtverwaltung zu finden. Leider gibt es nicht für jeden Wohnort einen Mietspiegel. In solchen Fällen bietet sich ein Preisvergleich in unserer Immobiliensuchmaschine an. Oder Sie wenden sich beispielsweise direkt an die Immobilienexperten der Wüstenrot Immobilien GmbH, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Schon gewusst? Die Warmmiete, die eigentliche Bruttomiete, ist deutlich höher als die Kaltmiete. Diese beinhaltet die laufenden Betriebskosten, die Nebenkosten, die dem Eigentümer durch den Gebrauch des Gebäudes entstehen.

Nebenkosten

Die Nebenkosten werden auch „Zweite Miete“ genannt. Das sind zusätzliche Kosten einer Wohnung, die man nicht unterschätzen sollte. Dazu zählen in erster Linie die laufenden Betriebskosten wie Heizung, Wasser und Abwasser, Gemeinschaftsstrom und Hausmeister. Hinzu kommen Gebühren für Müllentsorgung, Wohnungsversicherungen und eine Grundsteuerumlage. Vermieter sind grundsätzlich dazu verpflichtet, eine für den Mieter nachvollziehbare Betriebskostenabrechnung vorzulegen: und zwar einmal jährlich und spätestens innerhalb von 12 Monaten nach dem Abrechnungszeitraum. In der Regel entspricht der Abrechnungszeitraum dem Kalenderjahr.

Tipp: Vor der Unterzeichnung des Mietvertrags immer auch nachfragen, was zu den Nebenkosten zählt. Lassen Sie sich wenn möglich, eine Betriebskostenabrechnung des Vermieters aus der jüngeren Vergangenheit für die Wohnung zeigen. Damit gehen Sie auf Nummer sicher.

Mietkaution

Um sich gegen Mietausfälle, Schäden und ausstehende Nebenkosten etwas abzusichern, ist es üblich, dass der Vermieter eine Kaution verlangt. Diese beträgt gewöhnlich zwei bis maximal drei Monatsnettomieten. Der Vermieter muss diese Mietkaution außerdem zinsbringend anlegen und nach Auszug an den Mieter inklusive der Zinserträge zurückzahlen. Sollten noch Kosten für Wohnungsschäden etc. anfallen, werden sie meist verrechnet.

Noch mehr Wissenswertes zur Kaution

  • Der Mieter zahlt an den Vermieter eine Kaution von höchsten drei Nettomieten u.a. als Sicherheit für eventuelle Schäden in der Wohnung.
  • Sind während der Miete keine Schäden entstanden, bekommt der Mieter die Kaution nach seinem Auszug in voller Höhe zurück, sofern dem Vermieter nicht noch andere Ansprüche zustehen.
  • Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Privatvermögen für den Mieter anlegen. Die Zinsen stehen dem Mieter zu.
  • Mit der Rückzahlung darf sich der Vermieter bis zu sechs Monate nach Auszug Zeit lassen.
  • Der Vermieter darf die Kaution nicht auf sein Privatkonto einzahlen. Er ist verpflichtet, das Geld anzulegen, zum Beispiel auf einem Kautionskonto. Das Konto darf maximal eine Kündigungsfrist von drei Monaten haben, da so lang in der Regel auch die Kündigungsfrist für eine Wohnung ist. Grundsätzlich gilt: Der Vermieter muss auf Anfrage mitteilen, wo er das Geld zu welchem Zinssatz angelegt hat.

Maklergebühren

In manchen Städten ist es äußerst schwierig, eine geeignete Wohnung zu mieten. Makler können dann eine gute Hilfe sein, die passende Wohnung zu finden. Dafür verlangen sie natürlich auch eine Maklerprovision. Und zwar maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wichtig! Seit 2015 gilt das sogenannte Bestellerprinzip: Wer einen Immobilienmakler beauftragt, hat ihn auch zu bezahlen. Der Vermieter ist nicht berechtigt, die Maklerprovision auf den Mieter umzulegen.

Stellplatz

Wer ein eigenes Auto hat und in eine Gegend ziehen möchte, die sich durch Parkplatzmangel auszeichnet, ist mit der Miete eines Stellplatzes gut beraten. Glücklich, wer in einem solchen Fall den Stellplatz gleich mit der Wohnung mitmieten kann. Aber Vorsicht: Stellen sie im Vorfeld einen Kostenvergleich an. Möglicherweise ist die Anmietung eines Parkplatzes in einer Tiefgarage um die Ecke deutlich preiswerter.

Strom

Fast immer ist Strom nicht in den gezahlten Nebenkosten enthalten und muss je nach Verbrauch separat mit einem Stromanbieter abgerechnet werden. Je nach Anbieter und persönlichen Gewohnheiten variieren die Stromkosten stark. Sie können nachfolgende Aufstellung jedoch als Anhaltspunkt für Ihre Stromverbrauchskosten nutzen.

Verbrauch und Kosten nach Haushaltsmitgliedern:

  • Singlehaushalt
    Durchschnittsverbrauch: 2300-2800 kWh
    Durchschnittskosten: ~ 45 - 55 Euro / Monat
  • 2 Personen
    Durchschnittsverbrauch: 3000-3500 kWh
    Durchschnittskosten: ~ 70 - 80 Euro / Monat
  • 4 Personen
    Durchschnittsverbrauch: 4000-4800 kWh
    Durchschnittskosten: ~ 90 - 110 Euro / Monat

Telekommunikation

Zuhause ist da, wo man WLAN hat… Heutzutage möchte fast niemand mehr auf Telefon und schnelles Internet verzichten. Und auch das ist natürlich nicht umsonst: Es fallen monatliche Grundgebühren und evtl. verbrauchsabhängige Kosten an. Je nach Anbieter werden zusätzlich noch einmalige Anschlussgebühren berechnet. Deshalb auf jeden Fall vorher schlau machen und die verschiedenen Anbieter und deren Angebote vergleichen!

Versicherungen

So gut wie jeder verfügt über eine Krankenversicherung. Allerdings können im Fall der Fälle Privathaftpflicht und Hausratversicherung ebenfalls große Dienste leisten, da sich doppelter Schutz oftmals auszahlt. Je nach Lebenssituation verändern sich die Bedürfnisse nach einem entsprechenden Risikoschutz: Wer beispielsweise sich selbst oder seine Angehörigen vor Lohnausfall schützen will, sollte sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risikolebensversicherung Gedanken machen. Deshalb am besten mit etwas Zeit recherchieren, welches Angebot sich lohnen würde, und sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen.

Hier haben wir die wichtigsten Informationen rund um Versicherungen für Sie zusammengestellt.

Renovierung

Renovierung

Manchmal hat man das Glück, dass man in eine komplett renovierte Wohnung ziehen kann und auch in der alten Wohnung nichts mehr machen muss. Ansonsten fallen Kosten für Schönheitsreparaturen, Ausbesserungsarbeiten, Farben, Tapeten, Bodenbeläge und vieles mehr an. Und auch später noch sollte man immer etwas Budget für Lampen, Werkzeug, Dichtungen und Co. zur Seite legen.

Umzug

Vor jedem Umzug stellt sich die gleiche Frage: Selber machen oder machen lassen? Für den eigentlichen Umzug sind mit Kosten für Umzugskartons, ein passendes Fahrzeug, Helfer nebst Verköstigung und gegebenenfalls Gebühren für die Straßenabsperrung mit Halteverbotsschildern vor der alten und der neuen Wohnung zu rechnen.

Wer sich professionelle Hilfe suchen möchte, sollte mindestens drei Vergleichsangebote einholen. Je nach Größe des Haushalts sind die Kosten für ein Umzugsunternehmen schnell vierstellig. Allerdings muss man dann im Gegenzug nicht auch gelegentlich aushelfen.
> Umzugsratgeber

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.