Jung und Alt unterstützen sich gegenseitig.

Mehrere Generationen in einem Haus.

Das Konzept des Mehrgenerationenwohnens ist simpel – Menschen aus allen Generationen wohnen zusammen in einem Haus, unterstützen sich gegenseitig und verbringen ihre Freizeit miteinander. Inzwischen gibt es diese Wohnform rund 5.000 Mal in Deutschland.



Oft wird das Mehrgenerationenwohnen fälschlicherweise mit dem Mehrgenerationenhaus gleichgesetzt. Dieses ist allerdings nur eine Begegnungsstätte und, laut dem Bundesfamilienministerium, ein offener Treffpunkt (oft unterhalten von Trägern der freien Wohlfahrtspflege) für alle Menschen. Es bietet Mittagstisch, Betreuung, Sprachkurse und vieles mehr. Es soll das Leben und die Gemeinschaft in der Nachbarschaft über die Generationen hinweg und vor allem nachhaltig bereichern. Deutschlandweit unterstützen etwa 20.000 Freiwillige diese Idee.

Das Mehrgenerationenwohnen verfolgt das gleiche Ziel – das „Miteinander der Generationen“, ist aber gesetzlich nicht dasselbe. Meist handelt es sich um ein größeres Haus in dem die Singles, Paare und Familien mehrerer Generationen in separaten Wohnungen miteinander leben. Der Vorteil des Mehrgenerationenwohnens ist, dass die häusliche Pflege eines Menschen wesentlich umfassender gesichert werden kann. Außerdem verbringen die Familien mehr Zeit miteinander und können sich gegenseitig unterstützen. Allerdings herrscht in solch einem engen Verhältnis auch oft eine Menge Konfliktpotenzial.

Die Umsetzung eines solchen Projekts ist meist schwieriger als gedacht. Folgende Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie gerne das Konzept des Mehrgenerationenwohnens umsetzen wollen:

  • Bewohner – Wer soll mit einziehen?
  • Wohnobjekt – Welche Größe benötigt das Haus/die Wohnanlage?
  • Lage – Wo will ich hin? Bzw. wo habe ich bereits ein Objekt oder müsste ich umziehen?
  • Besitz klären – Will ich kaufen oder mieten?
  • Kosten – Welche Kosten kommen auf mich zu (z.B. durch Umbauten, Modernisierung etc.)?
  • Regeln – Sind Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten für alle klar geregelt?

Besonders in Bezug auf die Kosten, die auf die Bewohner zukommen, müssen die Verhältnisse klar für alle geregelt sein. Dabei geht es nicht nur um die regelmäßigen Fixkosten, sondern auch um unvorhergesehene Ereignisse, wie eine plötzliche Reparatur oder Instandsetzung. Zusätzlich sollten auch Verhaltensregeln (z.B. bei Konflikten), Reinigung der gemeinsamen Flächen etc. diskutiert werden, um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten.

Großvater liegt mit Enkeltochter lachend auf dem Boden



Der Kauf einer Immobilie zum Zwecke des Mehrfamilienwohnens kann sich auch steuerlich für Sie lohnen. Wenn beispielsweise die Kinder eine Immobilie kaufen und die Eltern in einer abgeschlossenen Wohnung darin zur Miete leben, hat dies steuerliche Vorteile. Ein Teil der Anschaffungs- und Renovierungskosten kann von der Steuer abgesetzt werden. Zwar muss man die Miete die eingenommen wird, versteuern – die Aufwendungen der Kinder als Eigentümer allerdings kann man als Werbungskosten absetzen. Übersteigen diese die eingenommene Miete, kann man diese Kosten als Verluste bei der Steuer geltend machen.

Grundsätzlich sind diese Kosten abzugsfähig:

  • Kreditzinsen
  • Renovierungsmaßnahmen
  • Betriebskosten
  • Abschreibung des Objekts – abhängig vom Alter 2 – 2,5% der Anschaffungskosten ohne Grundstück im Jahr

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat zu diesem Thema eine umfassende Broschüre, die Sie hier finden können.

Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile Nachteile
  • Gesteigertes Wohlbefinden, da man in Gesellschaft wohnt und stets jemand in der Nähe ist, wenn man Unterstützung benötigt
  • Wohnen Familienmitglieder mit im Haus, kann durch Angehörige die häusliche Pflege und Ansprache fast rund um die Uhr geleistet werden
  • Gemeinsame Freizeitaktivitäten und gegenseitige Unterstützung
  • Neue Kontaktmöglichkeiten, Isolation des Pflegebedürftigen wird vorgebeugt
  • oftmals barrierefrei ausgebaut
  • Hohes gegenseitiges Vertrauen und Toleranz erforderlich
  • Hohes Konfliktpotenzial durch die räumliche Nähe
  • Dezidierte Absprachen notwendig

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.