Beton-Gold oder Risiko-Anlage?

Eine Immobilie als Altersvorsorge.

Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen ist eine Immobilie als Altersvorsorge attraktiv. Andere risikoarme und dennoch lukrative Geldanlagemöglichkeiten gibt es wenige. Zudem droht in Deutschland generell die Versorgungslücke im Alter. So liegt es nahe, sich für das sogenannte Beton-Gold zu entscheiden. Eine Immobilie als Altersvorsorge gilt nach Expertenmeinung als relativ risikoarme Anlage mit sicherer Rendite. Doch was gibt es dabei zu beachten?

Die Immobilie als Altersvorsorge hat mehr Vor- als Nachteile

Die meisten Menschen bezahlen Immobilien nicht bar, sondern finanzieren diese mittels Bankdarlehen. Wer seine Immobilie als Teil der Altersvorsorge plant, ist daher gut beraten, wenn der Arbeitsplatz sicher und genügend Eigenkapital vorhanden ist. Zudem herrscht seit 2015 im Euro-Raum eine Niedrigzinsphase – die beste Zeit, um in Immobilien zu investieren, denn die Bankdarlehen sind günstig. Je eher man mit der Investition beginnt, desto früher ist die Immobilie als Altersvorsorge abbezahlt und fängt an sich zu lohnen. Dies ist dann auch einer der wesentlichen Punkte bei der Planung: Wenn die Immobilie als Altersvorsorge dienen soll, sollte sie möglichst vor Renteneintritt abbezahlt sein.

Pro Contra
  • Rendite durch Mieteinnahmen oder Verkauf
  • Sichere Altersvorsorge
  • Wertanlage
  • Aktuell günstig zu finanzieren

  • Leerstände bzw. Mietprozesse möglich plus Verwaltungsaufwand bei Vermietung
  • Regelmäßige Modernisierungen zur Instandhaltungen fallen an

Mietfrei wohnen: eine selbstgenutzte Immobilie als Altersvorsorge

Wer seine Immobilie im Rentenalter selbst bewohnen möchte, spart sich die Miete. Damit die Immobilie als Altersvorsorge funktioniert, ist es aber wichtig, rechtzeitig Rücklagen für Instandhaltung und Modernisierung anzulegen. Experten empfehlen monatlich 1 EUR/m² zu sparen. Das finanzielle Polster für Reparaturen sollte mindestens drei Nettogehälter betragen. Bedenken Sie dabei auch altersgerechte Modernisierungen: Gegebenenfalls wird später ein barrierefreies Bad notwendig. Wer sein Haus selbst baut, kann solche Umbauten schon einplanen und später dann einfacher und kostengünstiger durchführen.

Neben Instandhaltung und Modernisierung müssen aber auch Nebenkosten wie beispielsweise Heizung und Strom bezahlt werden. Und Perspektivisch werden die Energiekosten weiter steigen. Darum sollte die Immobilie am besten noch vor Renteneintritt zeitgemäß gedämmt werden. Eine moderne Heizungsanlage auf Basis von Solarthermie, Pellets oder nachwachsenden Rohstoffen kann zudem die monatlichen Energiekosten spürbar senken.

Regelmäßige Einnahmen: eine vermietete Immobilie als Geldanlage

Wer später durch einen Verkauf oder die Vermietung von der eigenen Immobilie profitieren möchte, muss sich die Immobilie vor dem Kauf genau ansehen. Die Lage ist generell der wesentliche Aspekt bei einer Immobilie als Geldanlage: Sie sollte sich über die nächsten Jahrzehnte positiv entwickeln. Dazu gehört, ein prosperierender Standort, an dem dauerhaft Arbeitsplätze bestehen, eine moderne Infrastruktur und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Mehrfamilienhäuser können profitable Anlageobjekte sein, wenn die Mietergemeinschaft und die Mieteinnahmen stimmen. Andererseits haben Sie mit mehreren Mietwohnungen auch mehr Verwaltungsaufwand. Wenn es eine Nummer kleiner sein soll, dann empfiehlt sich eine vermietete Eigentumswohnung. Hier ist der Verwaltungsaufwand deutlich geringer.

Gewinn durch Verkauf: die Immobilie im Alter veräußern

Wer den Beitrag zur Altersvorsorge vor allem aus dem Verkauf der Immobilie erzielen will, der kann in ein Einfamilienhaus investieren. Die Rendite entsteht vor allem aus dem Wertzuwachs des Grundstücks – sofern die Lage gut gewählt ist und eine entsprechende Nachfrage am Markt besteht.

Viele Immobilieneigentümer müssen oder wollen ihre Immobilie im Alter verkaufen, weil sie zu groß, nicht barrierefrei oder zu weit weg von den Kindern ist. Nur wenn die Immobilie in der Zwischenzeit an Wert gewonnen hat, und der Verkaufserlös deutlich über dem Kaufpreis inklusive Nebenkosten liegt, war es eine rentable Geldanlage. Seriöse Experten schätzen die erzielbare Rendite auf 3 bis 4 %.

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.