Wohnen im Eigenheim:

Was kostet ein Haus?

Die Hausbau-Kosten hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab: Lage, Grundstücksgröße, Haustyp, Hausgröße, Bauweise und Ausstattung. Die Entscheidung für Haustyp und Bauweise wirkt sich gleichzeitig auch auf die Energiekosten und die Wertbeständigkeit der Immobilie aus.

Bauweise und Haustypen sind entscheidende Kostenfaktoren – ein Überblick

Fertig- oder Massivhaus? Frei stehendes Einfamilienhaus oder Doppelhaushälfte? Wer sich ein Eigenheim wünscht, hat meist schon genaue Vorstellungen. Am häufigsten werden nach wie vor Massivhäuser mit einem Anteil von etwa 82 % gebaut. Der Anteil der Fertighäuser wächst aber beständig: 2017 waren es schon rund 18 %. Tendenz steigend.

Schnell und günstig gebaut: das Fertighaus

Fertighäuser haben in der Regel wesentlich geringere Baukosten als Massivhäuser. Das liegt daran, dass die Häuser stark standardisiert sind und industriell vorgefertigt werden. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit massiv und wird auch durch schlechte Witterung nicht verzögert. Bei Fertighäusern gibt es weniger böse Überraschung bei den Hausbau-Kosten, da diese im Bauvertrag festgeschrieben sind. Auch die Nebenkosten eines Fertighauses fallen sehr gering aus, da Fertighaushersteller heute Energiesparhäuser mit nahezu perfekter Dämmung anbieten. Auf Wunsch kann das Fertighaus sogar ein Plusenergiehaus sein.

Fazit: Fertighäuser können eine kostensparende Alternative zu anderen Haustypen sein. Allerdings ist der Wiederverkaufswert eines Fertighauses meist niedriger als bei einem individuell gebauten Massivhaus.

Wertbeständig und robust: das Massivhaus

Ein Massivhaus verursacht anfangs höhere Baukosten, ist dafür aber wertbeständiger als ein Fertighaus. Dies kann sich positiv auf die Finanzierung auswirken. Durch die robuste Bauweise ist ein Massivhaus in der Regel widerstandsfähiger und hat eine längere Nutzungsdauer als ein Fertighaus. Bei einem Rohrbruch beispielsweise sind die Folgekosten meist deutlich geringer als bei einem Fertighaus, bei dem die Wände aus wasserempfindlichen Materialien bestehen. Die dicken Wände sorgen außerdem für einen besseren Schutz vor Hitze und Kälte und auch die Schalldämmung ist besser als beim Fertighaus.

Individualität kostet: das frei stehende Einfamilienhaus

Viele Menschen träumen von einem nach ihren Wünschen individuell geplanten und freistehenden Einfamilienhaus. Doch das treibt die Kosten in die Höhe: So benötigt ein frei stehendes Einfamilienhaus ein größeres Grundstück. Und das kann – je nach Lage – teuer werden. Auch der Bau und Unterhalt sind üblicherweise höher als beispielsweise bei einer Doppelhaushälfte oder einem Reihenhaus. Wer allerdings mit einem zuverlässigen und einfallsreichen Architekten baut, der die Kosten im Blick hat, kann sich bei einer soliden Finanzplanung auch seinen individuellen Wohnwunsch erfüllen. Mehr zum Grundstückskauf erfahren Sie hier .

Deutlich günstiger und trotzdem ein eigenes Haus: das Doppelhaus

Das Doppelhaus ist sowohl bei den Grundstückskosten als auch bei den Hausbau-Kosten deutlich günstiger als ein frei stehendes Haus. Zwar teilen sich zwei Parteien die Grundstücksgrenze und eine Gebäudewand. Aber das hat durchaus Vorteile: an der gemeinsamen Wand gibt es nahezu keine Wärmeverluste und letztlich genießen Familien in einer Doppelhaushälfte den gleichen Wohnkomfort wie in einem freistehenden Haus. Denn auch Doppelhaushälften lassen sich heute sehr individuell gestalten. Allerdings ist es angeraten auf gute Nachbarschaft zu achten.

Die günstigste Variante: das Reihenhaus

Auch für das Reihenhaus wird weniger Grund benötigt als für ein frei stehendes Haus. Die Baukosten fallen durch die geteilten Außenwände niedriger aus und auch bei den Heizkosten profitieren die Hausbesitzer von den gemeinsamen Wänden. Aber auch hier gilt: Gute Nachbarschaft ist Pflicht.

Welche Kosten müssen beim Hausbau berücksichtigt werden?

Die Hausbau-Kosten sind von verschiedenen Faktoren abhängig und lassen sich nur schwer pauschal beziffern. Einen ersten Überblick über die zu erwartenden Kosten vermitteln nachfolgende Durchschnittswerte:

  • Kaufpreis Grundstück: Der Grundstückspreis in Deutschland liegt durchschnittlich bei ca. 150 EUR/m2. Zum Vergleich: In Thüringen liegt er bei 41 EUR, in Bayern bei 240 EUR pro Quadratmeter.
  • Notar + Grundbucheintragung: ca. 1,5 % des Grundstückspreises
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 - 6,5 %, je nach Bundesland
  • Maklerkosten: 3 - 7,14 %, je nach Bundesland und individueller Vereinbarung
  • Baugenehmigung: 0,2 – 0,7 % der Baukosten, je nach Bundesland
  • Bauvertragsprüfung durch Rechtsanwalt: ca. 250 EUR
  • Prüfstatiker: 1.500 – 2.500 EUR
  • Vermessungskosten: ca. 2.500 EUR
  • Baugrundgutachten oder Bodengutachten: 500 – 3.000 EUR
  • Gebäudebaukosten: durchschnittlich ca. 1.300 EUR/ m²
  • Erschließungskosten: Wasser, Abwasser, Gas, Strom, Telefon, DSL rund 6.000 EUR
  • Baubegleitung und Baugutachten: ca. 2.500 EUR

Dazu kommen ggf. noch: Baumfällung, Abriss von Altbauten, Baustraße, Bauwasser und Baustrom, Aushub für Keller oder Bodenplatte, Abtransport angefallenes Erdreich, Versicherungen, Außenanlagen, Innenausbau: Abhängig von beauftragtem Unternehmen bzw. gewähltem Versorger

So lassen sich beim Hausbau Kosten sparen

Jeder Quadratmeter Hausbau kostet Geld

Nicht nur beim Hausbau fallen Arbeits- und Materialkosten an, sondern auch später Heiz- und Nebenkosten. Wer sich in der Planung für das Eigenheim befindet, sollte also gut überlegen, ob die Kinder eventuell bald ausziehen oder die Familie noch wachsen soll. Wenn Sie zukünftig mehr Platz benötigen, dann können Sie beispielsweise einen Dachausbau gleich mit einplanen, aber diesen erst später durchführen. Das reduziert die Hausbau-Kosten auf den momentanen Bedarf - ohne Sie für die Zukunft einzuschränken.

Bei Fenstern und Türen kommt es auf die Menge an

Die meisten Menschen wünschen sich Wohnräume mit großen Fenstern, die viel Tageslicht hereinlassen. Türen und Fenster kosten allerdings Geld - nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch der Einbau. Mit am teuersten sind übrigens Dachfenster. Lassen Sie wenige große Fenster anstelle von vielen kleinen Fenstern einbauen. Wohnzimmer und Kinderzimmer benötigen dabei mehr Licht als Schlafzimmer oder Bad. Es empfiehlt sich, bereits bei der Raumplanung die Schlafzimmer nach Norden oder Osten und die Wohnräume nach Süden oder Westen zu legen. Mit dieser Strategie sparen Sie beim Hausbau Kosten und beim Wohnen Energie.

Bei der Heizung an die Zukunft denken

Auch die Wahl der Heizung beeinflusst die Baukosten. Herkömmliche Öl- oder Gasheizungen sind in der Anschaffung meist günstiger, aber nicht unbedingt im Betrieb. Perspektivisch werden Gas- und Öl-Kosten weiter steigen. Wer sich für moderne, umweltschonende Heizsysteme auf Basis regenerativer Energien entscheidet, kann gleichzeitig von staatlichen Zuschüssen und günstigen Krediten der KfW profitieren

Ist ein Keller wirklich nötig?

Ein Keller eignet sich als Stauraum und gegebenenfalls auch als Wohnraum. Um als Wohnraum genehmigt zu werden, muss die Deckenhöhe allerdings mindestens 2,40 m betragen. Die Unterkellerung kostet aber eine Menge Geld. Wer beim Hausbau Kosten sparen will, kann auf einen Keller verzichten und stattdessen einen deutlich günstigeren Hausanbau beispielsweise für die Heizung oder als Stauraum in Erwägung ziehen.

Einfach oder besonders?

Ist Ihr Haus ein einfaches Viereck oder hat es Winkel, Ecken und Abstufungen? Erker, Gauben und vorgezogene Giebel steigern die Hausbau-Kosten erheblich. Dasselbe gilt für die Dachform. Ein einfaches Satteldach ist meist am günstigsten. Auch die Klinkerfassade wirkt sich als Treiber auf die Baukosten aus. Preiswerter wird es mit einer Putzfassade. Dafür können hier die Folgekosten höher sein.

Eigenleistung oder Eigentor?

Oft nehmen sich Bauherrn vor, durch Eigenleistungen Baukosten zu sparen. Dies kommt zum Beispiel bei den Maler- oder Tapezierarbeiten in Frage, beim Einbau der Küche oder je nach Vorkenntnis auch beim Fliesenlegen, dem Bau eines Carports oder dem Anlegen des Gartens. Wer Eigenleistungen plant, sollte genau überlegen, wieviel Zeit für diese Arbeiten neben der beruflichen Tätigkeit und den familiären Verpflichtungen zur Verfügung steht. Parallel zu den Eigenleistungen muss weiter die Miete für die Wohnung bezahlt werden. Damit die Eigenleistungen nicht zum teuren Eigentor werden, sollten Sie Zeitaufwand, Kostenersparnis und Mietkosten gegenüberstellen.

* Fußnoten

Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.