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Geschrieben von Braas

Praktische Ergänzung für die Dacheindeckung

Dachsystemteile & Dachschmuck

Ob bei Neubau oder Dachsanierung – eine Eindeckung mit Dachpfannen ist mehr als nur die Anordnung von Dachziegeln oder Dachsteinen. Zwar machen sie den Großteil der Eindeckung aus, doch gibt es weitere wichtige Elemente, welche das Dach um nützliche Funktionen oder optische Akzente ergänzen. Gemeint sind Dachsystemteile und Dachschmuck. Die häufigsten, wichtigsten und interessantesten Varianten stellen wir Ihnen vor.

Übergänge und Dachabschluss mit First, Grat und Kehle

Zu den meistgenutzten Dachsystemteilen am Steildach zählen Dachfirst, Grat sowie Kehle. Der First ist die abgerundete Oberkante eines Steildaches, die meist waagrecht aber auch mit Neigung verlaufen kann. Im zweiten Fall spricht man von einem steigenden First. Die Aufgabe des Dachfirsts ist es, das Dach oben zu schließen. Auch Dachgrat und Kehle schließen das Dach ab, allerdings an anderer Stelle. Sie bilden die Innen- und Außenkanten an denen zwei Dachflächen aufeinander treffen.

First, Grat und Kehle haben gemeinsam, dass sie anfällige Stellen eines jeden Daches absichern. Spezielle Dachsystemteile sorgen dafür, dass kein Wasser eindringen kann. Darüber hinaus sorgen First und Grat gegebenenfalls auch für eine ausreichende Hinterlüftung der Dachfläche um Feuchteschäden vorzusorgen. Gerade bei komplexeren Dachformen dürfen entsprechende Dachsystemteile nicht fehlen.

Belichtung und Dachdurchgang verbinden innen mit außen

Schon der Name macht es deutlich: Belichtung und Dachdurchgang verbinden jeweils auf ihre Weise das Innere mit dem Äußeren des Daches. Dachdurchgänge gibt es in verschiedener Form. Als Kabeldurchgang erlauben sie, elektrische Gerätschaften auf dem Dach per Kabel zu erreichen – zum Beispiel eine Photovoltaikanlage. Ein weiteres Beispiel eines Dachdurchgangs ist der Sanilüfter. Das Dachsystemteil bildet das Ende einer Entlüftungsanlage für Bad oder Küche.

Die Belichtung bedarf dagegen kaum einer Erklärung. Das fensterähnliche Element wird ins Dach eingesetzt, um den Dachboden mit Tageslicht zu versorgen und dem Schornsteinfeger den Ausstieg auf die Dachfläche zu ermöglichen. In der Regel kommt die Belichtungslösung aber nur bei Dachböden zum Einsatz, die nicht ausgebaut sind. Bei bewohntem Raum unter dem Dach müssen dagegen Dachfenster eingebaut werden.

Dachsysteme für mehr Sicherheit bei Begehung und vor Dachlawinen

Schornsteine müssen regelmäßig gewartet werden. Zugang erhält der Schornsteinfeger über Sicherheitstritte und Standsteine, spezielle Dachsystemteile für die Begehung. Um ihm eine Möglichkeit für die Sicherung zu geben, sind außerdem Sicherheitsdachhaken empfohlen. Erhältlich sind entsprechende Elemente häufig in einem Dachbegehungssortiment.

Sicherheit für bis zu vier Personen gleichzeitig bietet TopSlide. Das Sicherheitsfirst-System ist eine innovative Lösung zur optimalen Absturzsicherung bei Wartungsarbeiten von Solarsystemen oder auch bei kleineren Reparaturen. Durch die dezente Installation unterhalb des Firststeins fügt es sich optimal in das gesamte Dachsystem ein, ohne das harmonische Gesamtbild der Dachfläche zu zerstören. Dem Handwerker bietet es perfekte Bewegungsfreiheit, ohne dass er seine Arbeit durch ständiges aus- und einhaken an die Sicherheitseinrichtung unterbrechen muss.

Ebenso für Sicherheit sorgen Schneefangsysteme. Sie verhindern, dass sich Schneemassen vom Dach lösen, abrutschen und als Dachlawine Menschen verletzen. Gerade in schneereichen Gebieten, zum Beispiel in Bayern oder den deutschen Mittelgebirgen, zählen sie zur Standardausstattung jedes Daches. Je nach optischer Präferenz können sich Bauherren für Schneefanggitter in der Farbe der Dachziegel oder Dachsteine oder die Variante mit Rundhölzern entscheiden. Die genannten Systeme werden durch Schneestopphaken ergänzt. Diese sorgen dafür, dass Schneemassen nicht abrutschen können, wodurch die Sicherheit weiter zunimmt. Besonders in Hochlagen sollten diese zusätzlichen Dachsystemteile verbaut werden.

Handgeformter Dachschmuck als Glücksbringer

Dachschmuck zählt zu den Dachsystemteilen mit der längsten Tradition. Schon seit Jahrhunderten setzen sich Menschen Figuren auf die Spitze des Daches, von denen sie sich Schutz und Glück erhofften. Ob man nun an diese Wirkungen glaubt oder nicht – auch heute ist Dachschmuck sehr beliebt und macht immer noch eine "gute Figur" auf vielen Dächern. Ein Grund dafür ist, dass Dachschmuck Häusern einen individuellen Aspekt verleiht.

Insbesondere bildliche Figuren wie Hahn, Adler oder Eule sind bei Bauherren beliebt. Daneben gibt es Dachschmuck auch als Zierelement – zum Beispiel als Kugel, Spitze oder Pinie. Durch die große Vielfalt ist für fast jedes Dach die passende Verzierung dabei. Installiert wird der Dachschmuck in den meisten Fällen mit einem sehr starken Zweikomponentenkleber.

Individuelle Beratung zu Dachsystemteilen

Die Entscheidung für das passende Set ist sehr individuell. Mit dem eigenen Geschmack hat sie genauso zu tun wie mit der Form des Daches sowie der Region. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich vom kompetenten Meisterbetrieb beraten zu lassen. Dachdecker wissen meist sehr genau, ob ein Schutz gegen Dachlawinen in der eigenen Region notwendig ist. Mit ihrer Erfahrung können Sie die Profis außerdem zu optischen Aspekten beraten und Ihnen das gesamte Spektrum an Dachschmuck vorstellen. So erhalten Sie am Ende genau die Dachsystemteile, die Sie brauchen und darüberhinaus auch wünschen.

Autor: Braas

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