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Altersgerecht sanieren.

Ein barrierefreies Bad planen und einrichten.

Badezimmer sind schon länger nicht mehr nur Orte für die tägliche Körperhygiene, sondern dienen vielmehr als Ruhezonen und haben in Bezug auf das Wohlbefinden in den letzten Jahren einen höheren Stellenwert gewonnen. Eine gute Planung macht aus dem ehemals zweckmäßigen Sanitärraum ein Wohlfühlbad ohne Barrieren.

Wir hegen den Wunsch, uns möglichst lange eigenständig verpflegen zu können und den Alltag ohne fremde Hilfe meistern zu können. Doch gerade für ältere Menschen oder Menschen mit Handicap wird das alltägliche Leben oft zur Herausforderung, insbesondere dann, wenn die gewohnte Lebensumgebung mehr und mehr Hürden aufstellt. Selbst der Gang zur Toilette oder auch die tägliche Körperpflege können beschwerlich werden.

Abhilfe schaffen barrierefreie Bäder. Doch diese müssen bestimmten Anforderungen entsprechen, um als barrierefrei und behindertengerecht zu gelten. Diese Bestimmungen sind nach DIN 18040-1/2 geregelt.

Grundlagen für ein barrierefreies Badezimmer (nach DIN 18040)


Um ein Blockieren der Tür zu vermeiden, darf diese nicht in Richtung Bad- oder Sanitärraum zu öffnen sein. Außerdem müssen Türen von außen entriegelt werden können. Eine Breite von mindestens 90 cm ist vorgeschrieben. Als freie Bewegungsfläche sind 1,50 x 1,50 m vorgeschrieben.

Der Duschplatz muss stufenlos begehbar sein und über rutschhemmende Bodenbeläge (nach GUV-I 8527) verfügen. Zudem ist der Einbau eines mindestens 45 cm tiefen Duschsitzes ratsam. Dieser sollte mit hochklappbaren Armlehnen und einer Rückenlehne ausgestattet sein. Armaturen sollten grundsätzlich als Einhebelarmaturen oder als berührungslose Armatur mit Temperaturbegrenzung eingebaut werden. Da Badewannen oftmals therapeutischen Zwecken dienlich sind, können zusätzlich Badewannen mit Tür angebracht werden, welche die Einstiegshöhe stark reduzieren.

Leben Rollstuhlfahrer in der Wohnung, müssen die Waschtische unterfahrbar sein. Um Probleme mit der Armlehnen-Höhe des Rollstuhls zu vermeiden, sind höhenverstellbare Waschbecken von Vorteil. Der Spiegel muss über eine Mindesthöhe von 100 cm verfügen und sollte sowohl im Sitzen, als auch im Stehen einsehbar sein.

Bei der Bewegungsfläche vor der Toilette sind mindestens 1,20 x 1,20 m (bei Rollstuhlfahrern min. 1,50 x 1,50 m) einzuhalten. Um auch hier die unterschiedlichen Sitzhöhen der Rollstühle oder die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen zu können, empfiehlt sich der Einsatz von höhenverstellbaren WC-Sitzen. Rechts und links der Toilette sind Haltegriffe erforderlich, welche jeweils ein Gewicht von mindestens 100 kg tragen müssen, zudem sollte das WC über eine Rückenstütze verfügen. Toilettenpapier und Spülung müssen mit der Hand oder dem Arm bedienbar sein.

Praktisch und schön: barrierefrei heißt nicht gleich steril


Die Zeiten eines zweckmäßigen, sterilen barrierefreien Badezimmers, das an ein Krankenhauszimmer erinnert, sind längst vorbei. Das perfekte behindertengerechte Bad kann heutzutage nicht nur praktisch, sondern auch schön zugleich sein.

Dafür sorgen unterschiedliche Formen der Sanitäranlagen, farbige Fliesen oder auch warme Holztöne. Unterschiedliche Material- und Farbkonzepte helfen nicht nur bei nachlassender Sehkraft im Alter, sondern sorgen auch für eine ansprechende Gestaltung und Wohlfühlatmosphäre des barrierefreien Badezimmers.

Bad ohne Barrieren – Kosten, Zuschüsse und Förderungsmöglichkeiten


Pauschal lassen sich die einzelnen Kosten für den Um- oder Neubau eines behindertengerechten Badezimmers schwer einschätzen, da auch hier zusätzliche Aufwendungen in Form von Wandverstärkungen für die Haltegriffe, Lüftungen, Duschwasserpumpsysteme und ähnliches anfallen könnten. Bei einem 6 qm großen Badezimmer liegen die Kosten für die barrierefreie Anpassung bei geschätzt 8.000 Euro (ohne zusätzliche Aufwendungen).

Wer aber nachweislich behindertengerecht umbauen muss, hat die Möglichkeit, öffentliche Fördermittel bei den einzelnen Bundesländern zu beantragen oder an den Förderprogrammen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) teilzunehmen. Die KfW fördert diejenigen, die planen, ihr Zuhause vorausschauend umzubauen oder zu modernisieren. Weiterhin können Pflegebedürftige einen Zuschuss bei ihrer Pflegekasse beantragen. Für diese (Umbau-) Maßnahmen des Wohnumfeldes können bis zu 4.000 Euro Zuschuss gewährt werden.

Achtung: Fördergelder müssen beantragt werden, bevor mit den Umbaumaßnahmen begonnen wird!

Rechte und Pflichten als Mieter

Behinderte oder pflegebedürftige Menschen haben aufgrund § 554a BGB grundsätzlich Rechtsanspruch auf die Durchführung von Umbaumaßnahmen in ihrer Mietwohnung, der Vermieter muss jedoch vor Beginn der Maßnahmen zustimmen. Er kann seine Zustimmung jedoch verweigern, wenn sein Interesse schwerer wiegt als das des antragstellenden Mieters. Im Falle von Umbaumaßnahmen in einem Haus mit mehreren Mietparteien sind auch die Interessen der anderen Mieter mit zu berücksichtigen.

Sollte der Vermieter diese Maßnahmen zunächst nicht bewilligen, kann der Mieter versuchen, sein Recht vor Gericht einzuklagen. Die Kosten des Umbaus trägt im Übrigen nicht der Vermieter, sondern der Mieter selbst.

Es gilt zu beachten, dass der Vermieter vor dem Beginn des Umbaus berechtigt ist, vom Mieter eine finanzielle Absicherung (Kaution) für den Rückbau aller Veränderungen in den Urzustand und eventuelle Schäden zu verlangen. Grundsätzlich aber gilt: Wer hier rechtlich auf der sicheren Seite sein will, sollte im Vorfeld der Umbaumaßnahmen unbedingt rechtlichen Beistand suchen.




Bitte beachten Sie: Unsere Ratgeberartikel ersetzen keine Beratung durch einen Gutachter oder Juristen. Bei Unsicherheiten oder Fragen wenden Sie sich daher bitte immer persönlich an einen Fachanwalt oder Gutachter. Bei Fragen zu Finanzierungen, Bausparen oder Versicherungen stehen Ihnen unsere Berater natürlich jederzeit zur Verfügung. Bei Fragen rund um die Immobilienvermittlung stehen Ihnen unsere Immobilienexperten gerne zur Seite.

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