• Hausbau

Kostensparend bauen.

Ein Selbstbauhaus macht’s möglich.

60.000 Euro haben Jennifer Kugler und Frank Faber beim Bau ihres Hauses durch Eigenleistung gespart. Wie die Bauherren die Kosten senkten und am Ende zu einem Plusenergiehaus kamen, erzählt unsere Reportage.

Ein Haus möglichst kostengünstig bauen – wer will das nicht? Und ein Haus, das mehr Strom produziert, als die Bewohner verbrauchen – auch das ist ein Wunsch vieler Bauherren. Jennifer Kugler und Frank Faber haben beides unter einen Hut gebracht: Ihr Plusenergiehaus in Hessen kostete ohne Grundstück rund 200.000 Euro. Es bietet komfortable 140 Quadratmeter Wohnfläche, helle, großzügige Räume und eine moderne Inneneinrichtung. Und es erzeugt sogar einen Überschuss an Solarstrom. Ohne Eigenleistungen im Wert von rund 60.000 Euro wäre all dies nicht möglich gewesen.

Die Voraussetzungen, um beim Hausbau so viel sparen zu können: Handwerkliches Know-how, engagierte Helfer sowie das passende Bausystem.

Haus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Sparen beim Bauen: Das Know-how und die Helfer

Rolf Faber, der Vater des Bauherrn, bestärkte das junge Paar bei ihrer Entscheidung für ein neu gebautes Einfamilienhaus: „Momentan bin ich fit genug und kann euch beim Bauen helfen“, sagte der frischgebackene Rentner. Ein großes Grundstück war vorhanden. Jennifer Kuglers Vater besitzt im Ort einen Steinbruch und bot Hilfe mit schwerem Gerät für den Aushub der Baugrube an. Auch die Geschwister und viele Freunde signalisierten Hilfsbereitschaft. So waren sich die Bauherren sicher: „Wir hatten alles, um zu bauen.“

Derart günstige Voraussetzungen hat nicht jeder Selbstbauer. Denn auch die talentiertesten Laien arbeiten nicht so schnell wie Profis. Urlaubstage und Wochenenden sind begrenzt. Der Verband Privater Bauherren nennt rund sieben Prozent Einsparungen an den Gesamtkosten eines Einfamilienhauses als Richtwert, wenn die Bauherren 60 Arbeitstage à acht Stunden investieren.

Wohnzimmer mit Mutter und Kind

Sparen beim Bauen: Das Selbstbauhaus

Mit Ytong Bausatzhaus fanden die Bauherren einen Anbieter, dessen Bausystem auf Selbstbauer zugeschnitten ist. Dazu gehören beim „Innovationshaus Energieplus“ tragende, 30 Zentimeter dicke Porenbetonsteine, 14 Zentimeter starke Mineraldämmplatten, dreifach verglaste Fenster sowie ein modernes Haustechnikpaket mit Luft-Wasser-Wärmepumpe, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und 10,5-Kilowatt-Photovoltaikanlage. Jennifer Kugler und Frank Faber: „Das Haus gefiel uns auf Anhieb. Die Größe war ausreichend, der Grundriss erschien uns praktisch und gut durchdacht, der Preis stimmte und wir wussten von Freunden, dass sich der Baustoff einfach verarbeiten lässt.“

Auch die Beratung der Bauherren in der Planungs- und Genehmigungsphase gehört zum Leistungsumfang des Herstellers, ebenso die Einweisung auf der Baustelle sowie die Betreuung während der Bauzeit. Die Porenbeton-Elemente können durch Nut-und-Feder-Verbindungen schnell und nahezu luftdicht zusammengefügt werden. „Jeder kann damit bauen“, ist sich der Hubschrauber-Mechaniker Frank Faber sicher. Daheim auf der Baustelle rückten gleichzeitig der Vater und der Bruder von Jennifer Kugler mit schwerem Gerät an, um die Baugrube auszuheben.

Sieben Wochen bis zum Richtfest

Nachdem die Bodenplatte eingebracht war, ging es zügig voran. Der Bausatzhaus-Partner stellte einen kompletten Werkzeugsatz in Profi-Qualität zur Verfügung. Ein Vorführmeister legte die erste Steinreihe an und schulte die Bauherren. Jennifer Kugler trug den Dünnbettmörtel auf, Frank Faber setzte die Steine aufeinander und Vater Rolf richtete sie mit der Wasserwaage exakt aus. Bereits nach vier Tagen standen die Außenwände des Erdgeschosses, weitere vier Tage später waren auch sämtliche Innenwände gemauert. Die Deckenelemente sowie das Massivdach wurden vom Hersteller schnell montiert, danach ging der Selbstbau weiter. Nach sieben Wochen war Richtfest.

Küche eines Selbstbauhauses

Sparen beim Bauen: Der Innenausbau

Auch den Innenausbau haben Rolf und Frank Faber weitgehend in Eigenregie erledigt. Mehr als acht Kilometer Stromleitungen habe er dabei unter anderem verlegt, berichtet Frank Faber. Zu den wenigen Gewerken, bei denen er nicht auf Helfer aus dem Familien- oder Freundeskreis zurückgreifen konnte, gehörte die Installation der Haustechnik.

Gut ein Jahr nach Baubeginn zogen die jungen Leute, die vorübergehend wieder bei den Eltern untergekommen waren, um Geld zu sparen, ins eigene Heim ein. Schnell haben sie sich mit Sohn Dustin in ihrem selbstgebauten Energieplushaus eingelebt. Ungefähr 200.000 Euro betrugen die Baukosten ohne Grundstück, Erschließungskosten und Außenanlagen. Dabei haben Jennifer Kugler und Frank Faber etwa 60.000 Euro durch den Einsatz von Eigenleistung gespart.

Selbstbauhaus: Terrasse mit Palettenmöbeln und Feuerschale

Sparen beim Bauen: Das Plusenergiehaus

Positiv ist auch ihre Energiebilanz: „Wir produzieren im Jahr etwa 9.500 Kilowattstunden und haben einen Verbrauch von durchschnittlich rund 6.000 Kilowattstunden pro Jahr“, rechnet Frank Faber vor. Das Plus von 3.500 Kilowattstunden speisen sie ins Netz ein. Die Vergütung, die sie dafür erhalten, investieren sie in die Tilgung ihres Kredites.

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